Alle reden über Netflix – und keiner tut was

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Von Peer Schader 

Seit diesem Montag treffen sich in Berlin mittelwichtige Leute beim „Internationalen Medienkongress“, um gemeinsam Gulaschsuppe und Currywurst aus papierschalennachgebildetem Porzellan zu verspeisen und sich unter dem Motto „All You Can Watch“ bei Vorträgen zum so genannten Medienwandel Statistiken um die Ohren zu hauen. Deshalb ist es so eine Überraschung, dass das wichtigste Thema dabei SIE sind. 

Ja, Sie!

Weil Sie ganz bestimmt auch zu den schrecklichen Leuten gehören, die Gebrauch von den zahlreichen Möglichkeiten machen, nicht mehr so fernzusehen, wie es einst der Programmdirektor für Sie vorgesehen hat. 

Sondern in Mediatheken, über Abo-Streaming-Dienste, Online-Videotheken und vielleicht sogar über illegale Download-Plattformen. 

Am häufigsten wird in den Debatten dabei immer wieder Netflix erwähnt. Deutsche Medienmacher kriegen es hin, den amerikanischen Streaming-Dienst einerseits für seinen Mut zu loben, eigene, hochqualitative Serien wie „House of Cards“ und „Orange ist he New Black“ zu loben; und ihn gleichzeitig dafür zu verdammen, dass er sich in ihr ach so schönes Geschäftsmodell der Inhalteverbreitung einmischen könnte. Der ehemalige DVD-Verleihdienst, der Filme und Serien inzwischen per Online-Flatrate anbietet, hat weltweit bereits über 37 Millionen Abonnenten, erobert gerade Europa, ist aber noch nicht in Deutschland angekommen. Also machen die meisten Beteiligten erstmal das, was sie am besten können: abwarten. 

Das Fernsehblog verrät: Wie fortschrittlich ist die deutsche Medienbranche? 

ARD und ZDF

RBB-Intendantin Dagmar Reim hat die Lösung für den Medienwandel gefunden. Sie behauptet einfach, dass alles so bleibt wie es ist. Das ist praktisch, weil dann auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen so bleiben kann wie es ist. (Wenn man mal von ein bisschen Jugendgedönsanstrengung absieht.) Aus der RBB-Perspektive trifft das ja auch zu: Der Sender hat seit April 2012 (ausgeschrieben: Zweitausendzwölf!) eine eigene Mediathek im Netz (die seit Juni Zweitausenddreizehn auch mobil benutzbar ist). Und schon 2014 könnte der Sender sein Programm erstmals in HD ausstrahlen. Falls das dann noch jemand sehen will. ZDF-Intendant Thomas Bellut ist schon einen Schritt weiter. Er sagt: das Kartellamt ist schuld, dass in Deutschland nix geht. Weil es die Oldie-Wiederholungsplattform „Germany’s Gold“ nicht genehmigen will. Man braucht schon ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein, um zu glauben, dass „Germany’s Gold“ auch nur ansatzweise gegen ein deutsches Netflix bestehen könnte. Aber davon hat Bellut als Intendant ja mehr als genug, zumal er sich mit außerhäusigen Medienentwicklungen nur selten auseinanderzusetzen braucht

Die Produzenten

Würden gerne am liebsten weiter hochwertige Fernsehfilme für ARD und ZDF produzieren, beschweren sich aber, dass außer für hochwertige Fernsehfilme bei ARD und ZDF kaum Geld da ist. 

Die Privatsender

Pro Sieben Sat.1 steckt dank MyVideo mittendrin in der Inhalteproduktion für ein Publikum, das keine komplexen Geschichten erzählt haben will, sondern mit 3-Minuten-Videoclips und ein paar schlechten Gags zufrieden ist. Insofern zählt die Sendergruppe zu den fortschrittlicheren deutschen Medienunternehmen. Aber wenn’s darum geht, Angebote für ein Massenpublikum zu finden, bleibt dann doch alles wieder beim alten Geschäftsmodell: Trash und Castingshows. Die Video-on-Demand-Plattform Maxdome versucht Pro Sieben Sat.1 gerade mit einer neuen Abostruktur zu vernetflixen, technisch bleibt die Seite aber nach wie vor ein Alptraum. RTL ist derweil ganz damit ausgelastet, sein Programm vor den Leuten zu beschützen, die es (noch) sehen wollen: Die RTL-HD-Sender sind nach langen Verhandlungen jetzt auch im IPTV der Telekom verfügbar. Mit denselben Vorspuleinschränkungen wie überall sonst, weil die Telekom eingeknickt ist.

Die neuen „Player“

Alle reden von Youtube, am liebsten aber redet Youtube von Youtube – und produziert dabei (wie beim Medienkongress in Berlin) soviel heiße Floskelluft, dass damit eine ganze Heißluftballonflotte die Alpen überfliegen könnte. Geld für coole Inhalte werden die so schnell nicht ausgeben. Das müssen die Nutzer weiter selber machen. Der neue Star der Branche heißt Matthias Hjelmstedt: In Schweden hat er mit Magine einen Zattoo-Konkurrenten gegründet, mit dem das klassische TV-Programm überall und zeitunabhängig per App abrufbar sein soll. In Deutschland befindet sich Magine noch in einer wackeligen Beta-Phase. Und das wird offensichtlich auch noch eine Weile so bleiben. Angaben, wann die App in vollem Umfang bereit stehe, wollte Hjelmstedt in Berlin keine machen. (Und auch nicht verraten, in welchen europäischen Ländern Magine noch startet.) Auf der deutschen Magine-Website steht: „Erinnerst du dich noch an das Fernsehen von gestern? Wir uns nicht mehr.“ Dabei hatte das Fernsehen von gestern im Vergleich zu Magine natürlich den Vorteil, dass noch mehr als drei RTL-Kanäle ruckelfrei über den Bildschirm liefen.

* * *

Richtig ist: Das deutsche Fernsehen funktioniert immer noch so gut, weil es ein Millionenpublikum hat. (Moment, der Satz geht weiter.) Ein Millionenpublikum, das zu faul oder zu träge ist, sich Inhalte zu suchen, die es nicht nur betäuben, sondern wirklich unterhalten oder begeistern, und die in vernünftigem Maße bezahlbar sind. 

Man mag sich gar nicht vorstellen, was hier los sein wird, wenn sich irgendwann ein Unternehmen auf den deutschen Markt traut, um dem Publikum ein Angebot zu machen, das genau das leistet.

Foto [M]: Medienboard Berlin-Brandenburg; Netflix / Das Fernsehblog

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Aus rechtlichen Gründen

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Aus rechtlichen Gründen dürfen wir ja leider nicht zeigen wie Benjamin von Stuckrad-Barre gemeinsam mit Kurt Beck „Marmor Stein und Eisen bricht“ singt. Aber wir wären nicht wir wenn wir dafür keine Lösung hätten!

Daher gucken sie folgendes .gif, drücken sie bei dem Video auf „Play“ and let the magic work!

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Roland Suckow – Webdesigngenie

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Nachdem wir euch hier Wolfgang Ingenfeld vorgestellt haben, fällt es natürlich schwer diesen zu toppen, was Webdesign und Programmierung angeht. Roland Suckow hat eine etwas konventionellere aber auch professionellere Art. ABER er bietet seine Programmierdienste direkt an. Man kann ihn beauftragen eine Website zu erstellen. Er schafft es sogar…trommelwirbel… 3D Effekte und Diashows auf einer Homepage zu implementieren. Meine Güte! Vielleicht sollten wir auch darüber nachdenken Roland mal über unsere Seiten schauen zu lassen.
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Dali, Picasso und die ganze Kunst

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Stehen wir dazu – keiner von uns wird je so cool wie Salvador Dali sein:

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„Hey ich bin der Emil vom schönen Bodensee“

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„Hey ich bin der Emil vom schönen Bodensee“, so begrüßt uns Emil auf seiner Homepage. Und was er dort zu bieten hat ist weltklasse. Emil im String beim Putzen, Emil im String im Schnee, Emil im String vor seinem Haus. Wir finden, dass er dort ein richtig schönes Hobby präsentiert und werden Uwe demnächst vorschlagen mit Emil zu kooperieren. 

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