Warum mich Twitter zum Weinen bringt.

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von Sina Szpitalny

Es gab mal eine Zeit, da waren die Trending Topics bei Twitter, sowas wie die Tagesschau für hippe Onliner. International, Aktuell und meist relevant. Damals als der Hashtag nur den Leuten geläufig war, die Twitter auch verstanden haben. Scrollt man neuerdings durch die morgendliche Timeline, sollte man einen starken Kaffee oder mindestens einen resistenten Magen haben. #AskBibi? #AskIsi?- Was? Wen soll ich Fragen? Sind das Synonyme für politische Vereinigungen? Leider nein. Es sind uninteressante aber mordspopuläre Teenager, die ihre Pubertät durch Öffentlichkeit tauschen und durch ihre Nutzlosigkeit Millionen erreichen. Das Gruselige: Ihre Zielgruppe lebt und liebt das Internet. Bibi (leider ohne Tina) hat über eine Million Abonnenten auf YouTube. Nun könnte man hoffen, Bibi hat wichtiges zu sagen, oder erfindet jeden Tag das Rad neu. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Bibi erklärt am liebsten bis zum Erbrechen 10 Arten von Belanglosigkeiten oder trimmt die Liebe zu ihrem genauso spannenden Boyfriend. Kluge Leute haben mal gesagt durch YouTube hätten die Digital Natives die Chance eine öffentliche Meinung zu prägen und ihrer Mündigkeit eine Stimme zu geben. Denn Fernsehen macht dumm und die eigene Programmplanung ist der Schlüssel zum Glück. Es ist wie mit der Büchse der Pandorra, am Ende ist man immer schlauer. Jetzt schwimmen Horden von Teenagern im Sumpf der trüben Meinungslosigkeit, aber Hauptsache es glitzert und der Boyfriend herzt auf Instragram. Ich plädiere den Rückschritt! Trefft euch täglich (wie wir damals) um 18h00 vorm Fernseher (von mir aus auch vor Netflix) und schaut die Simpsons. Da gibts wenigstens was zu Lachen, und die Hellsten verstehen was Gesellschaftskritik heißt. Wenn stereotype Girlies und schlecht erzogene Boys (#1MillionforLochis) das Internet der Digital Natives reagieren, wünsche ich mir nur eins: keinen Rückkanal.

Auf Twitter könnt ihr euch jetzt mit Sina streiten.