UWES CHATROULETTE WIRD VERSCHOBEN

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Leider ist Uwe krank geworden und kann heute Abend nicht vor seine Webcam!
Er hat aber hoch und heilig versprochen dann mit euch am 29. August zu chatten!
Wer Lust hat vor Ort im 4010 – Telekom-Shop in Mitte dabei zu sein schickt uns wie immer eine Email mit dem Betreff Uwes Chatroulette an online@ulmen.tv!

Gute Besserung Uwe!

RTL und seine neuen Sitcoms: Alle Witze erklärt! Nur hier!

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Von Peer Schader 

Sie, verehrte Leser, sind jung, ständig im Internet unterwegs und süchtig nach diesen flotten ausländischen Sitcoms, bei denen man prompt einen Hammer-Gag verpasst, wenn man beim Zuschauen wieder eine Sekunde zu lange rumgetwittert hat? Dann wird es Ihnen leider unmöglich nachzuvollziehen sein, was RTL ab diesem Donnerstagabend mit seinen neuen Halbstundenserien bezweckt.

Unter uns: Die sind witzig gemeint.

Damit das plausibel wird, erklärt das Fernsehblog im Folgenden sämtliche „Gags“ – ein Service für alle, die „Nikola“ für einen Frauenvornamen halten, „Die Camper“ für die Gattungsbezeichnung motorisierter Natururlauber und „Mein Leben & ich“ für den deutschen Vorläufer von Facebook.

Teil 1: „Sekretärinnen“

(Inhalt: Eine tollpatschige junge Frau startet ungeplant eine Karriere im Chefetagen-Vorzimmer einer Toastbrot-Fabrik. Ihr Vorgesetzter ist cholerisch. Die Kolleginnen sind eingebildet und mobbig. Die erste Folge heißt, ähem: „Die Neue“; Trailer bei rtl.de.)

Hoppla, das ist gar nicht die Damentoilette: typische Szene aus „Sekretärinnen“ / Foto: RTL

Und so funktionieren die Gags:

Szene: Eine Omi stürmt aus einem Laden, vollbepackt mit Paketen, rennt in die Hauptprotagonistin hinein, die Pakete fallen runter. Hauptprotagonistin fragt: „Soll ich sie irgendwohin tragen? Also: Die Pakete, nicht Sie?“
Witz: Das gesprochene „sie“ im ersten Satz könnte sich sowohl auf die Pakete als auch auf die Omi beziehen. Diese Konstruktion gehörte über Jahrhunderte zu den Klassikern des deutschen Fernsehhumors und schien zwischenzeitlich ausgerottet. An dieser Stelle tritt sie (wahrscheinlich mutationsbedingt) erstmals wieder in Erscheinung. (Weitere Auskünfte dazu erteilt Sie das irre welt.de.) Die Erklärung des Witzes im anschließenden Satz ist notwendig, damit kein RTL-Zuschauer sich ausgeschlossen zu fühlen braucht.

Szene: Immer noch vor dem Laden, die Omi sagt kein Wort, die Hauptprotagonistin bestellt ihr ein Taxi. Omi setzt sich rein, braust davon. In Großaufnahme wird gezeigt, wie das Taxi durch eine Pfütze fährt und die Hauptprotagonistin nass macht.
Witz: Die Hauptprotagonistin ist nass. Das ist witzig. 

Szene: Immer noch vor dem Laden. Der Besitzer stürmt heraus, fragt, ob jemand die Omi gesehen hat, die Hauptprotagonistin sagt: ja, hab ich ins Taxi gesetzt, und übrigens: Jetzt hab ich ein Bewerbungsgespräch bei Ihnen. Der Besitzer ist wütend: Die Omi war ein Ladendieb!
Witz: Die Omi ist nicht das, was sie vorzugeben scheint. Der bewusste Bruch der äußeren Erscheinung (harmlos aussehende alte Dame) durch eine Handlungsbehauptung, die dem entgegensteht (Ladendiebin), wirkte auf das Fernsehpublikum der Neunziger Jahre komisch. Heute gilt als anerkannt, dass dies wegen Überstrapazierung und Vorhersehbarkeit der Konstruktionen nicht der Fall ist.

Szene: Eine Frau telefoniert in der Poststelle. Im Hintergrund steht an der Wand in großen Buchstaben: „Poststelle.“  
Witz: Das ist kein Witz, das meint RTL ernst.

Szene: Die Hauptprotagonistin wurde von ihrer Freundin an deren Büroarbeitsplatz bestellt, um spontan eine neue Stelle anzutreten. Hauptprotagonistin fragt: „Sicher, dass die Stelle frei ist?“ Freundin antwortet: „Todsicher.“ Im selben Moment wird ein Sarg mit einem am Arbeitsplatz verstorbenen Mitarbeiter vorbei getragen.
Witz: Den erhofften Witz versucht die Situation durch die erzwungene Kongruenz des Ausrufs „Todsicher!“ und des Transportbehältnisses für Tote herzustellen. Das hätte unter Umständen gelingen können, wäre das Publikum nicht schon vorher in Kenntnis darüber gesetzt worden, dass es einen Trauerfall in der Firma zu beklagen gibt. So schwächt sich der Witz aber selbst um seinen einzigen Wirkungsmechanismus: die Überraschung. Und stirbt gleich mit.

Szene: Die Hauptprotagonistin muss auf Toilette. Nachdem sie darin verschwunden ist, klebt der Hausmeister nachträglich ein Schild an die Tür, auf dem steht: „Herren.“
Witz: Die Hauptprotagonistin hat die falsche Toilette betreten. Diese Situation war Vorlage für zahlreiche gelungene Missverständnisinszenierungen – zur Zeit Charlie Chaplins.

Szenen: Protagonisten sagen Sätze wie „Mach dir keine Sorgen, wir weinen nicht, wenn du gefeuert wirst“, „Das mit dem Denken – lass das“ und „Feierabend – nicht in diesem Leben“, sie nennen andere Protagonisten „Frau Bald-vergessenes-Gesicht“.
Witz: Die Sätze sollen einerseits ironische Distanz zum Alltag im Büro, aber auch Meinungsverschiedenheiten zwischen den Charakteren andeuten, ohne dass konkret gesagt werden muss, wie wenig sympathisch man einander ist. „Frau Bald-vergessenes-Gesicht“ spielt darauf an, dass die so genannte Kollegin ihren Job verlieren könnte. „Das mit dem Denken – lass das“ bedeutet, den anderen nicht für voll zu nehmen – es ist natürlich nicht so, das Denken einfach unterlassen zu können. (Außer als RTL-Sitcom-Autor, würden RTL-Sitcom-Autoren einfügen, um das Humorniveau zu halten.) Über solche Ironieanstrengungen sollen Zuschauer den Eindruck bekommen, einen indirekten Witz verstanden zu haben, um während des Lachens von der eigenen Transferleistung beeindruckt sein zu können.

Witzig ist das alles natürlich nicht. Auch wenn der Toastbrot-Chef ein Stromberg-Bärtchen hat.

Teil 2: „Christine – Perfekt war gestern“

(Inhalt: Eine alleinerziehende Mutter krempelt ihr Leben um, als ihr Ex-Mann mit einer viel jüngeren Freundin auftaucht, die genauso heißt wie sie.)

Wie Ihnen auffallen wird, wirkt bei „Christine – Perfekt war gestern“ so gut wie keine Szene gestellt / Foto: RTL

Und so funktionieren die Gags:

Szenen: In der Schule, am Arbeitsplatz im Fitnessstudio, auf Partys, auf dem Parkplatz – ständig läuft Christine in Männer hinein, die liebschaftsbedingt für eine ganze Reihe von absurden Situationen gut sind, bis sich am Ende jeder als Fehler entpuppt.
Witz: Das ist sogar sehr witzig – im Original mit Julia-Louis Dreyfus (aus „Veep“) als „Old Christine“, die so quatschig und überdreht durch die Szenen brüllt und stolpert, dass „The New Adventures of Old Christine“ in guten Momenten wie moderner Slapstick glänzt.

RTL hat das alles weggestrichen und nur die Grundkonstruktion der Szenen behalten, die Diana Amft jetzt mit deutschem Ensemble nachspielen darf, um dabei die aus dem „Doctor’s Diary“-Müllcontainer gefischten Ironiegesten noch mal zu benutzen (Trailer bei rtl.de). Die richtig fiesen Gags sind: weg. Und zum Männerfang im Supermarkt läuft „Let’s talk about sex“ von Salt’n’Pepa.

Witzig ist das alles natürlich nicht. Immerhin hält sich RTL abr an das vorgegebene Motto: Perfekt war gestern. „Gestern“ ist heute 15 Jahre alt.

 

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