Hans-Olaf Henkel weint Eiswürfel

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Ein seltsamer Ort für ein Interview, aber als investigativer Reporter hat man keine Wahl, wenn Hans-Olaf Henkel zum Gespräch bittet. Überhaupt hat man selten eine Wahl, wenn sich Hans-Olaf Henkel irgendetwas in den Kopf gesetzt hat, wobei man, wenn man ehrlich ist nicht weiß, wohin dieser Mann all diese Dinge, die er sich in den Kopf gesetzt hat tut, wenn er sie mal nicht mehr braucht. Wahrscheinlich sieht es in Hans-Olaf Henkels Kopf ein bisschen so aus wie in den Messie-Wohnungen, die Vera Int-Veen für RTL immer ausgemistet hat – in der einen Ecke diverse Schiffscontainerladungen sozialer Kälte, im Keller seine Gedanken zum Mehrheitswahlrecht, auf dem Speicher ein noch nicht ausgepacktes Päckchen gefüllt mit vergammelten Menschenrechten und im Schlafzimmer … aber da wollen wir lieber gar nicht reinschauen.

Die Haustüre öffnet sich mit einem Buzzer, wie es bei Arztpraxen so üblich ist und schon bald stehe ich nebst meines Reportergeräts, das ich immer in meiner Herrenhandtasche bei mir trage, vorm ehemaligen Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, dem ehemaligen Präsidenten der Leibniz-Gemeinschaft (nur echt mit 52 Zacken), dem ehemaligen Berater der Bank of America, dem ehemaligen Aufsichtsrat von Bayer, Continental, Daimler Luft- und Raumfahrt, SMS GmbH, Ringier und Heliad Equity Partners und aktuellen Vizesprecher der duften Protestpartei AFD. Ein Hauch der Geschichte umweht Herrn Henkel, einen Meister des Ehemaligen, aber es kann auch nur das Dunstgemisch aus herausgespültem Ohrenschmalz und abgestandenem Wartezimmerschweiß sein, der in meine Nase dringt.

Gutmütig lächelnd bittet mich Henkel in die Praxisräume der HNO-Praxis, in die er mich zum Interview bestellt hat. „Herr Henkel, warum ausgerechnet diese Räumlichkeiten?“ „Nun … haben Sie die Kamera angeschaltet?“ „Nein, ich hatte Ihnen doch gesagt, dass es um eine Homestory für das ‘Goldene Blatt‘ geht …“ „und da gibt es nicht so was wie beim Spiegel oder der Bild mit schlecht bezahlten Praktikanten, die Videos drehen müssen, für die dann die Homepage-Besucher sobald das Geld im Kasten klingt, das Videofenster aufpoppt?“ „Sie meinen Paid Content, Herr Henkel.“ „Oder so.“ „Nein.“ „Nun dann, wo sind meine Mitdiskutanten?“

Nach einer weiteren Viertelstunde, in der ich Herrn Henkel erkläre, dass ich lediglich Starreporter bzw. Starjournalist und nicht Startalkshowhost wie meine Kollegen Jauch, Ilgner oder Platschberg bin, während wir uns zwischenzeitlich beide gelangweilt im Wartezimmer Ausgaben des Sterns aus Zeiten der SPIEGEL-Affäre durchgeblättert haben und am Empfang einen Kaffee genehmigt haben, ist endlich alles geklärt. Das Interview kann beginnen; ich wiederhole meine Einstiegsfrage, öffne eine der Schubladen in einem Behandlungszimmer und schaue mir interessiert diverse Gerätschaften zur Ohrreinigung: „Warum gerade dieser Treffpunkt, Herr Henkel?“

„Weil es sich mit den HNO-Ärzten genau wie mit der AFD verhält.“ Mein erstaunter Gesichtsausdruck sowie meine Nachfrage verblüffen ihn nicht. „Ihr erstaunter Gesichtsausdruck und Ihre Nachfrage verblüffen mich nicht“, konstatiert er, ehe er mit einer länglichen Erklärung beginnt. Es sei doch ungerecht, dass es für jedes Wehwehchen einen eigenen Arzt gebe, es gebe den Anästhesist, den Chirurgen, den Orthopäden, die alle Ihr exakt abgemessenes Behandlungsgebiet hätten, Neurologen, Psychiater, Nephrologen, ja sogar Frauenärzte (wobei er es ja immer noch erstaunlich fände, dass es keinen reinen Männerarzt gebe, aber das sei wohl der seit Urzeiten grassierende Genderwahnsinn), aber all diese Ärzte hätten eines gemein: Ein Organ oder einen Körperbereich, um den sie sich kümmerten.

Nur der arme HNO-Arzt müsse sich um gleich drei Dinge auf einmal kümmern – das ginge nun wirklich nicht. Hals, Nase und Ohren seien zwar in der Relation kleiner als der Darm, aber allein schon durch ihre exponentierte Stellung im stets sichtbaren Gesichtsbereich doch wohl wesentlich wichtiger. „Wir sind das Volk!“ ergänze ich pflichtschuldigst und ernte ein zufriedenes Nicken Hans-Olaf Henkels. Wie ein guter Vater streicht er mir übers Haupthaar und lächelt. „Sehen Sie, und so ist die AFD in der Parteienlandschaft auch die einzige Partei, die sich gleich um mehrere Dinge gleichzeitig kümmern muss: die Abschaffung des Euro, die Abschaffung der Migrationspolitik, die nur noch weitere Deutsche mit Migrationshintergrund schaffe und den Umweltschutz mittels Wiedereinführung der Kernkraft. Ganz unter uns gesagt, Herr Cornelius: Wir sind auch die einzige Partei, die 3 Buchstaben hat …“ „… aber die CDU, die SPD und die …“ „… lassen Sie mich aussprechen: die einzige Partei, die 3 Buchstaben hat und nicht von den Mainstreammedien und der Schweinepresse ferngelenkt ist.“

„Mainstreammmedien …“ ich komme ins Sinnieren über die Schönheit dieses Wortes, das meinen Lieblingsbuchstaben „M“ gleich dreimal enthält, zweimal sogar direkt hintereinander. Und dann wird es doch nicht schnell gesprochen wie in „Kommunalpolitik“, „Hundekamm“ oder „Bummsfallera“, einem meiner lieblingsonomatopoetischen Wörter. Aber ich schweife ab. Und auch wenn Abschweifungen von Starjournalisten ab und an durchaus ihren Reiz haben, erfordert eine Begegnung mit Hans-Olaf Henkel doch Konzentration und kein Abschweifen, wie ich an den heruntergezogenen Mundwinkeln meines Gesprächspartners merke.

„Und die anderen Parteien sind also Ein-Themen-Parteien, Herr Henkel?“ Er schüttelt verneinend seinen Kopf, so dass das schüttere Haupthaar ein wenig unordentlich zum Liegen kommt. „Sie sind Kein-Themen-Parteien, sondern abgehoben und hören einfach nicht auf den kleinen Mann auf der Straße!“ „Aber Herr Henkel! Haben Sie in Ihrer langen Laufbahn der Ehemaligkeit denn jemals auf den kleinen Mann auf der Straße gehört?“ Jetzt muss er wieder lächeln, Hans-Olaf Henkel, gleichzeitig wirkt er nachdenklich, als er die nächste Aussage trifft: „Stimmt, aber damals hatte ich ja auch eine halbwegs angesehene Karriere …“ Er stockt und ein Eiswürfel rollt aus seinen Augenwinkel Richtung Revers. Und noch einer. Und ein dritter.

Jetzt ist es an mir, Väterlichkeit zu zeigen. Behände lege ich Hans-Olaf Henkel meinen rechten Arm um die Schulter, tröste ihn, nachdem er mir schriftlich in einem Vertragswerk über drei Seiten, das er aus seiner Jacketttasche gezogen hat, die Erlaubnis dazu erteilt hat, sag ihm, dass ich ihn ja verstehe, während er weiter schluchzt und über die Nulpen, Nieten und Nazis in Nadelstreifen, aber auch in H&M-Outfits, Jogginganzügen, Winterjacken von Jack Wolfskin und anderen Kleidungsstücken in Dresden herumstiefelnden PEGIDA-Leute abhetzt. „Allein die Abkürzung schon! Das klingt ja wie eine schlecht gecastete Mädelsband, bei der die Macher zu blöd sind, sich einen vernünftigen Namen auszudenken und stattdessen die Initialen der Gründungsmitglieder aneinanderklatschen …“ „… und dann auch noch ‘Wir sind das Volk’ skandieren!“ „Und dann sind in der Führungsebene ja auch noch lauter Kriminelle, Herr Henkel“, pflichte ich ihm pflichtschuldigst bei.

Doch ruft diese meine Aussage bei meinem Gesprächspartner nur ein kaltes Kopfschütteln hervor. Verständnislos erklärt mir Henkel, dass er das Interview hiermit gerne beenden würde.

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